Sepp Daxenberger Preis

Katharina Habersbrunner gewinnt den Sepp-Daxenberger-Preis

Katharina Habersbrunner ist die Gewinnerin des Sepp-Daxenberger-Preises 2023. Die Verleihung fand am Montagabend im Rahmen der Stallwächterparty der GRÜNEN Bayern im Bite Delite in München statt. Insgesamt gingen 25 Vorschläge ein, unter denen die Jury eine Siegerin gewählt hat.

Frau Habersbrunner ist seit über einem Jahrzehnt aktiv in der Entwicklungsarbeit für eine geschlechtergerechte Energiewende für WECF (Women Engage for a Common Future) als Vorstandsmitglied und Teamleiterin. Sie hat die Bürgerenergiegenossenschaft BENG mitgegründet und zahlreiche Photovoltaik-Anlagen geplant und realisiert. Bei ihrer Arbeit für Bürgerenergie Bayern hat sie den Regionalstromtarif bavariastrom mitentwickelt. Damit können Bürger*innen in Bayern echten Ökostrom aus bayerischen Erneuerbare-Energieanlagen beziehen. Sie ist eine starke Netzwerkerin, fördert Energieprojekte und kämpft für die Rechte von Frauen. Sie wurde 2020 mit dem EU Sustainable Energy Award für ihren Einsatz für eine geschlechtergerechte Energiepolitik ausgezeichnet.

Von links nach rechts: Eva Lettenbauer, Thomas von Sarnowski, Katharina Habersbrunner, Katharina Schulze, Ludwig Hartmann. Das Bild als druckfähige Datei können Sie hier herunterladen.
Quelle: Andreas Gebert

 

Katharina Habersbrunner, Gewinnerin des Sepp-Daxenberger-Preises 2023:

„Ich fühle mich sehr wertgeschätzt. Ich konnte es nicht glauben, dass ich Preisträgerin bin. Ich stehe hier stellvertretend für ganz viele: Wir haben über 1000 Energiegenossenschaften in Deutschland. Angefangen haben wir vor 25 Jahren. Uns wurde immer gesagt, dass wir es nicht über 4-5 Prozent Erneuerbare Energien schaffen werden. Mittlerweile sind wir bei über 50 Prozent Anteil der Erneuerbaren Energien im Stromsektor. Bürgerenergiegenossenschaften finden ihren Weg. Wir haben viele Lösungen im Bereich Photovoltaik, Mieterstrom, Windenergie, Mobilität und Wärmeversorgung, die müssen auf politischer Ebene noch stärker gesehen werden.“

Thomas von Sarnowski, Vorsitzender GRÜNE Bayern:
„Katharina Habersbrunner hat sich diesen Preis wirklich verdient. Sie ist eine Championess der Bürgerenergie, eine Möglich-Macherin. Seit Jahrzehnten arbeitet sie unermüdlich für die Bürgerenergie und das gegen alle Widerstände. Und sie kämpft nicht nur in Bayern für Erneuerbare Energie, sondern auf der ganzen Welt. Ihre Projekte führen sie nach Uganda, Marokko oder die Ukraine. Weil es für sie keine Grenzen gibt. Die Welt rettet sich nicht von alleine. Aber mit mehr Menschen wie Katharina Habersbrunner sind wir auf einem guten Weg.“

Eva Lettenbauer, Vorsitzende GRÜNE Bayern:
„Katharina Habersbrunner ist nicht nur eine Ikone der Bürgerenergie. Sie ist auch eine Wegbereiterin für alle Frauen. In ihrem Leben hat sie sich in der Männerdomäne Energie oft durchgesetzt. Und was besonders an ihr ist: Sie sorgt dafür, dass auch andere, sonst leise Stimmen gehört werden. Sie sorgt dafür, dass Frauen gehört werden. Dass sich mehr Frauen engagieren. Dass sich mehr Frauen trauen, in diesem Feld zu arbeiten. Sie geht voran mit großen Schritten. Und andere Frauen folgen ihren Fußstapfen.“

Die bayerischen GRÜNEN verleihen diesen Preis alle zwei Jahre. Wir erinnern damit an die Person und das Wirken des GRÜNEN-Politikers Sepp Daxenberger, der im August 2010 an einer Krebserkrankung verstorben ist. Mit dem Preis zeichnen wir Organisationen oder Einzelpersonen aus, die sich für den Erhalt unserer natürlichen Lebensgrundlagen und die Bewahrung unserer gesellschaftlichen Werte einsetzen. Der Sepp-Daxenberger-Preis ist mit 2.000 Euro dotiert und wurde zum siebten Mal verliehen.

Bisherige Preisträger*innen

  • 2023 ging der Preis an Katharina Habersbrunner für ihren Einsatz für Bürgerenergie und ihre Errungenschaften in der Frauenförderung.
  • 2021 erhielt der Wissenschaftler Stefan Holzheu den Preis für seine Aufklärung des Infraschall-Irrtums bei Windkraftanlagen.
  • 2019 erhielt der ehemalige Landrat Schwandorfs Hans Schuierer den Preis für seine jahrelange Auflehnung gegen die atomare Wiederaufbereitungsanlage in Wackersdorf.
  • 2017 erhielt die unterfränkische Pfarrerin Doris Otminghaus den Preis für ihr Engagement im Kirchenasyl, ihren Einsatz für Menschen in Not und für ihren Mut, Unrecht auszusprechen.
  • 2015 wurden die Erzeugergemeinschaft Die Biohennen AG für den Erhalt bäuerlicher Landwirtschaft und Dieter Gewies (Ehrenpreis) für seine langjährige grüne Kommunalpolitik ausgezeichnet.
  • 2013 erhielt das aida-Archiv (Antifaschistische Informations-, Dokumentations- und Archivstelle München e.V.) den Preis für ihr Engagement gegen rechts.
  • 2011 erhielt Karl-Heinz Bablok den Preis für seinen Kampf gegen die Agrogentechnik

 

Die Jury

  • Thomas von Sarnowski, Vorsitzender GRÜNE Bayern
  • Theresa Schopper, Kultusministerin in Baden-Württemberg, ehemalige Vorsitzende GRÜNE Bayern
  • Felix Daxenberger, Mitglied der Familie von Sepp Daxenberger
  • Katharina Schulze, Spitzenkandidatin zur Landtagswahl 2023 und Fraktionsvorsitzende der GRÜNEN im bayerischen Landtag
  • Hans Well, Musiker

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