Frauenhäuser, Gewaltschutz in der Pandemie, Machtverlust und Radikalisierung

Gewaltschutz als Teil der Pandemie-Pläne

Die frauenpolitischen Sprecherinnen von Bündnis 90/Die Grünen fordern Schutz und Unterstützung für Frauen in der Corona-Krise und ihrer Auswirkungen, auf dem Gebiet der Erwerbstätigkeit genauso wie in der akuten Hilfe bei häuslicher Gewalt. In Bund und Ländern muss Gewaltschutz selbstverständlicher Teil der Pandemie-Pläne sein. In der Krise muss eine Koordination initiativ von Ländern und Kommunen kommen und die Mitarbeiterinnen in Frauenhäusern entlasten. Es muss uns in einem gemeinsamen Kraftakt von Bund, Ländern und Kommunen gelingen, Gewaltschutz auch während der Pandemie aufrecht zu erhalten.

Zu den Forderungen

Frauenhäuser in der Pandemie

Seit Jahrzehnten wird nicht eingestanden, dass häusliche Gewalt strukturell zu unserer Gesellschaft gehört und dass der Staat deshalb Gewaltschutzhäuser vernünftig auszustatten und zu finanzieren hat. Stattdessen muss für jede einzelne Person die Übernahme der Finanzierung beantragt werden, mal hier, mal dort. Für manche gibt es schlicht gar keine Finanzierung, weil ihr Fall irgendwie nicht vorgesehen ist. Das ist unzumutbar – und in Zeiten der Pandemie erst recht. In China soll sich stellenweise die Zahl der Notrufe geprügelter Frauen verdreifacht haben. Sollte Ähnliches hier passieren: Wir sind nicht vorbereitet. Aus purer Ignoranz.

Zum Feministischen Zwischenruf

Machtverlust und Radikalisierung

Was treibt Menschen vom Bildschirm zur realen Gewalt auf der Straße? Der Hamburger Rechtsextremismusforscher Andreas Speit analysiert spezielle Radikalisierungsmechanismen im Netz: Virtuelle Hetze kann eine Person zum realen Attentat motivieren, muss es aber nicht. Ein gesellschaftliches Klima, das Hass gegen Menschen zulässt und zu Gewalt gegen Angefeindete mehr oder weniger offen auffordert, ermutigt Attentäter. Sie wollen zu Heroen werden und ein politisches Zeichen setzen. In der Hoffnung, bei dem Akt der Gewalt möglichst viele ausgemachte Feinde zu ermorden, erheben sie sich aus der anonymen Massen der weißen Männer, die besorgt um die weiße, männlich-dominierte Welt sind.

Feministische Termine:

Aufgrund der aktuellen Situation finden viele grünen Veranstaltungen online statt, hier findest du eine Übersicht.

Weitere Inhalte zu feministischen Themen findest du zudem in der Gender Mediathek der Heinrich-Böll-Stiftung.

04.05. | Webinar: Demokratie braucht Feminismus! – Antifeminismus online entgegentreten | online

07.05. | Wird verschoben! Queer. Widerstand. (Anti-)kapitalismus und globale Ökonomien | Marburg

08.05. | Drei Frauen tauchen wieder auf – Inge Deutschkron, Eva Kemlein und Hanni Lévy | Berlin

18.05. | Verborgene Erinnerung? Frauen im Zweiten Weltkrieg in Ost- und Südosteuropa. Rollenbilder, Gewalterfahrungen, Tabus. | Berlin

18.-19.09. | SAVE THE DATE: Bundesfrauenkonferenz | Bayern

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