CSDs in Bayern

Auch in diesem Jahr feiern die Bayern seit Juni wieder Christopher Street Days. Neu dazu gekommen ist 2019 zum Beispiel der erste CSD Niederbayerns in Landshut.

Benannt sind die Veranstaltungen nach der Christoper Street in New York, wo am 28. Juni 1969 mit einer Rebellion gegen eine gewaltsame Polizeirazzia der Grundstein für die Bewegung zur gesellschaftlichen Akzeptanz und Gleichberechtigung von Lesben, Schwulen, Bisexuellen, Trans*, Intersexuellen und Queers (LSBTIQ*) gelegt wurde. Und gerade in diesem Jahr, in dem sich die Ereignisse zum 50. Mal jähren, erinnern viele Veranstaltungen an diesen Aufbruch in eine neue Zeit.

Tessa Ganserer„Die Präsenz unglaublich vieler Menschen, Gruppen und Institutionen zeigt, dass die Bewegung in den letzten 50 Jahren durchaus Erfolge errungen hat, die wir zu Recht feiern. Jedoch muss man auch sehen, dass wir noch lange nicht vollkommene Gleichberechtigung haben. Nach wie vor müssen sich queere Menschen für ihre Veranlagung rechtfertigen und es existieren menschenverachtende Gesetze wie das Transsexuellengesetz, das den Betroffenen in keinster Weise gerecht wird, im Gegenteil, sie auch noch gängelt und schikaniert.

Auch institutionelle Diskriminierung, die in Bayern vielfach deutlich wird, indem die Staatsregierung sich weigert, Verbesserungen für queere Menschen vorzunehmen, was sie in Bereitstellen fester Ansprechpartner für queere Gewaltopfer bei der Polizei leicht tun könnte.

Auch der fehlende Aktionsplan gegen Homo- und Transphobie , den die CSU nach wie vor blockiert, macht deutlich, wieviel Arbeit wir hier besonders auf Landesebene noch vor uns haben. Und dafür werde ich auch weiterhin kämpfen, der Geist von Stonewall hat nichts von seiner Kraft verloren.“  – Tessa Ganserer

 

Hier seht ihr eine Sammlung von Bildern der CSDs in Bayern:

  • CSD_München_2
    München / © Andreas Gregor
  • CSD_München_1
    München / © Andreas Gregor
  • CSD_München_7
    München / © Andreas Gregor
  • CSD_München_4
    München / © Andreas Gregor
  • CSD_München_5
    München / © Andreas Gregor
  • CSD_München_6
    München / © Andreas Gregor
  • CSD-Würzburg_3
    Würzburg / © Kerstin Celina
  • CSD-Würzburg_1
    Würzburg / © Kerstin Celina
  • CSD-Würzburg_3
    Würzburg / © Kerstin Celina
  • CSD Aschaffenburg
    Aschaffenburg / © Niklas Wagener
  • CSD Aschaffenburg
    Aschaffenburg / © Niklas Wagener
  • CSD Aschaffenburg
    Aschaffenburg / © Niklas Wagener
  • CSD Aschaffenburg
    Aschaffenburg / © Niklas Wagener
  • CSD Aschaffenburg
    Aschaffenburg / © Niklas Wagener
  • CSD_Augsburg_1
    Augsburg / © Peter Rauscher
  • CSD_Augsburg_2
    Augsburg / © Peter Rauscher
  • CSD_Augsburg_3
    Augsburg / © Peter Rauscher

Und hier findet ihr die Termine der CSDs, die noch stattfinden werden.

Doch soweit wir auch schon gekommen sind, so viel gibt es noch zu tun. Wir treten ein für ein weltoffenes, buntes und sicheres Bayern für alle und kämpfen für Freiheit und Anerkennung, Respekt und Akzeptanz für alle Menschen:

  • Im Oktober 2017 wurde die Ehe für gleichgeschlechtliche Paare geöffnet – dafür haben wir 25 Jahre gekämpft. Jetzt gilt es, die vollständige Gleichstellung auch im Adoptionsrecht durchzusetzen. Denn bei einer gleichgeschlechtlichen Ehe kann die Ehefrau der Mutter aktuell nur durch eine aufwändige und langwierige Stiefkindadoption der zweite rechtliche Elternteil des Kindes werden. Wir wollen das Recht des Kindes auf 2 Eltern von Anfang an durchsetzen.
  • Wir setzen uns für ein neues Selbstbestimmungsgesetz mit einfachen Verfahren zur Änderung des Vornamens und Berichtigung des Geschlechtseintrages ein. Und wir wollen auch sicherstellen, dass geschlechtszuweisende und -anpassende Operationen an minderjährigen intersexuellen Menschen nur mit ihrer Einwilligung durchgeführt werden.
  • Wir schaffen niederschwellige Unterstützungs- und Beratungsangebote für Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Und setzen auf Kampagnen zur größeren Akzeptanz in Tagesstätten, Schulen und Ausbildungsstellen. Der Bildungsplan bedarf dringend einer Überarbeitung, um den Schutz von queeren Kindern und Jugendlichen zu gewährleisten. Wir fordern deshalb eine deutlich erhöhte Sichtbarkeit aller Formen sexueller Vielfalt in den Lehrplänen und setzen auf Schulung sowie Ausbildung des pädagogischen und psychologischen Personals.

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