Klimakrise

Hitze, Wasserknappheit, Trockenstress: Wir wappnen uns gegen die Klimafolgen

Beschluss der Landesdelegiertenkonferenz am 24.09.2022

Grüne und kühlende Städte, artenreiche Landschaften, intakte Flüsse und Auen, ausreichendes und sauberes Wasser sind überlebenswichtig für Menschen, Tiere und Pflanzen. Klimaresiliente Städte und Landschaften werden immer wichtiger. Das hat uns dieses Jahr wieder der trockene und heiße Sommer gezeigt, wie auch schon einige Jahre zuvor. Unsere Grundwasserstände sind über die letzten Jahre dramatisch tief gesunken, manche Kommunen mussten aktuell schon zum Wassersparen aufrufen. Diesen Sommer sind Flüsse und Bäche teilweise ausgetrocknet, landwirtschaftliche Böden und Wälder vertrocknen auch bei uns und brennen, Bürger*innen in den aufgeheizten Städten stehen unter Hitzestress. Durch die Klimakrise werden Wetterextreme zukünftig häufiger auftreten, uns stärker zusetzen und enorme Kosten verursachen. Eine aktuelle Studie im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz beziffert die Schäden durch Extremwetter deutschlandweit seit 2000 auf durchschnittlich mindestens 6,6 Milliarden Euro pro Jahr. Die Bayerische Staatsregierung hat die Probleme, die auf uns zukommen, schlicht ignoriert.

Wir müssen sofort Vorsorge treffen. Daher wollen wir GRÜNE Bayern Maßnahmen, die sich kurzfristig bis zum nächsten Frühjahr und Sommer umsetzen lassen, jetzt angehen. Zudem haben wir eine Strategie für langfristig umsetzbare Maßnahmen, die wir sofort Schritt für Schritt umsetzen wollen. Wir GRÜNE setzen uns dafür ein, die Menschen und die Natur gegen die Klimafolgen und Wasserknappheit bestmöglich zu schützen.

Mit einem kurzfristig umsetzbaren Aktionsplan wappnen wir uns für das nächste Frühjahr und den nächsten Sommer. Dafür wollen wir verbindliche Leitlinien zum Umgang mit Wasserknappheit einführen. Wir wollen flächendeckend verpflichtende Hitzeaktionspläne sowie Sturzflutrisikopläne in den Kommunen und werden die Kommunen in der Umsetzung dabei unterstützen. Wir setzen uns dafür ein, dass ausreichend Trinkwasserbrunnen und Wasserspender in den Kommunen bis zum nächsten Jahr installiert werden. Für die kurzfristig umsetzbaren Maßnahmen braucht es ausreichend Fördermittel im nächsten Staatshaushalt, für die wir uns auf bayerischer Ebene stark machen.

Für Maßnahmen, die nur langfristig umsetzbar sind, haben wir eine Strategie, die wir GRÜNE Schritt für Schritt in Bayern umsetzen wollen. Wir gestalten unsere Städte zu wassersensiblen und klimaangepassten Schwammstädten um, in denen Regenwasser langsam versickern kann und nicht schnell abfließt und der Natur in Trockenzeiten zur Verfügung steht. Damit schaffen wir zusätzlich Kühlung für die Menschen in heißen Sommern. Naturnahen Maßnahmen in der Niederschlagsbewirtschaftung soll in der kommunalen Bauleitplanung Vorrang eingeräumt werden. Fassadenbegrünung, Dachgärten, Zisternen und mehr wollen wir zum Standard machen. Grünflächen, unversiegelte Freiflächen und Frischluftschneisen erhalten wir, Mini-Wälder, Bäume, Blühwiesen und Sträucher pflegen wir und pflanzen neue an. Wo es möglich ist, entsiegeln wir. Für die Maßnahmen hin zu Schwammstädten brauchen Kommunen Beratung und Fördermittel vom Freistaat Bayern.

Um Regenwasser nicht nur in den Städten, sondern auch in der Fläche für Trockenzeiten zu halten, brauchen wir Landschaften, die das Wasser speichern und aufnehmen können. Damit Auen wieder ihre natürliche Überschwemmungsfunktion erhalten und für den Hochwasserschutz genutzt werden können, renaturieren wir unsere Auen, bauen Deiche an den Auen zurück und binden sie wieder an die Flüsse an, Siedlungsgebiete werden bei Bedarf geschützt. Unterirdische Stadtbäche holen wir wieder an die Oberfläche zurück. Wir weisen flächendeckend Gewässerentwicklungskorridore aus, renaturieren unsere Flusslebensräume und beseitigen Querbauwerke. Wir wiedervernässen und renaturieren unsere Moore und bauen unsere Wälder zu klimaresilienten Mischwäldern um.

Unser Grundwasser ist unser großer Schatz, denn in Bayern gewinnen wir mehr als 90 Prozent des Trinkwassers aus Grundwasser. Doch gleichzeitig sinken wegen der Klimakrise die Grundwasserstände dramatisch und viel zu oft ist das Grundwasser durch Nitrat, Pestizide und mehr verschmutzt. Um unseren Schatz für uns Menschen zu sichern, weisen wir deutlich mehr Wasserschutzgebiete aus und führen eine einheitliche Wasserschutzverordnung von Seiten der bayerischen Staatsregierung ein.

Wir schaffen in der Industrie flächendeckend geschlossene Wasserkreisläufe und setzen Anreize zum Wassersparen. In der Landwirtschaft setzen wir auf nachhaltige Bewässerung, wie Tröpfchenbewässerung und fördern das Anlegen von Regenrückhaltebecken für das Auffangen von Regenwasser. Wir wollen den Wassercent (Wasserentnahmeentgelt) einführen, um Maßnahmen für den Wasserschutz zu finanzieren.

Bei all unseren Maßnahmen beziehen wir wissenschaftlich fundierte Erkenntnisse von Expert*innen wie der Expertenkommission Wasserversorgung in Bayern ein, um unser Wasser und die Wasserversorgung in Bayern langfristig und für nachfolgende Generationen zu sichern.

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