Für Anpacker*innen: Wir stärken Bayerns Handwerk

Beschluss vom Digitalen Kleinen Parteitag am 14. Mai 2022:

Unsere Handwerker*innen stützen Bayern. Viele Traditionen bei uns in Bayern kommen aus dem Handwerk. Gleichzeitig verdanken wir Innovationen oft Handwerker*innen, die Tradition mit dem Puls der Zeit verknüpfen.

Von der kleinen Spenglerei bis zur großen Bäckerei bieten die bayerischen Handwerksbetriebe Arbeitsplätze und sichern wirtschaftlichen Erfolg. Handwerksbetriebe beschäftigen die Menschen, die im Ort und der Region leben. Metzgerei, Schreinerei und Töpferei bringen Leute zusammen – das schafft Zusammenhalt und ein lebendiges Miteinander. Es sind die Handwerker*innen, die viele politische Maßnahmen in die Tat umsetzen – vom Gleisausbau bis zum WLAN in den Schulen. Handwerksbetriebe sind unverzichtbar dafür, dass die Energiewende gelingt. Gemeinsam mit ihnen können wir es schaffen, unsere Natur zu schützen und eine regionale Kreislaufwirtschaft zur Realität zu machen. Gemeinsam mit den bayerischen Handwerker*innen wollen die GRÜNEN Bayern sicherstellen, dass das Handwerk ein attraktiver Beruf ist und bleibt. Mit diesen Maßnahmen stärken die bayerischen GRÜNEN das bayerische Handwerk:

Wir schaffen und sichern Fachkräft

Wir stärken die Anerkennung handwerklicher Berufe. Dafür setzen wir schon in der Schule bei der Berufsorientierung an, indem die Chancen und Vorteile von Handwerker*innen umfangreicher aufgezeigt werden und Schüler*innen wie Eltern erreichen. In allen Schularten führen wir ab der 7. Klasse zwei verpflichtende Betriebspraktika in Ausbildungsberufen und Projekttage Handwerk ein. Unser Ziel ist es, alle Menschen beim Finden Ihres Berufs optimal zu unterstützen – geleitet von den eigenen Talenten und Interessen. Die Vernetzung von Schulen, Handwerkskammern und der Wirtschaft wollen wir vorantreiben.

Wir bringen die Ausbildung in Bayern auf eine neue Ebene. Es ist Zeit für die Handwerksausbildung 4.0. Ausbildung und Arbeit im Handwerk müssen im Lehrplan und in der Berufsorientierung in allen Schularten frühzeitig und intensiv behandelt werden. So begeistern wir junge Menschen früh für den Handwerksberuf. Junge Menschen mit Migrationsgeschichte wollen wir mit einer Förderinitiative des Bundes für den Handwerksberuf gewinnen. Die jungen Menschen, die individuell benachteiligt sind, unterstützen wir mit Mentoring-Programmen und der Berufseinstiegsbegleitung beim Übergang von der Schule ins Berufsleben. Wir stärken die Berufsausbildung und starten einen Prozess, mit dem wir alle Inhalte der Ausbildungen auf den neuesten Stand bringen. Damit werden Auszubildende auf Höhe der aktuellen technologischen Entwicklung und der gesellschaftlichen Anforderungen ausgebildet – von der Energiewende über die Anforderungen an nachhaltiges, ökologisches, energiearmes Arbeiten, Produzieren und Wirtschaften bis zum Digitalen Wandel. Berufsschullehrer*innen erhalten regelmäßige Fortbildungen in diesen Bereichen. Wir investieren in Berufsschulen und berufliche Berufsbildungsstätten und modernisieren sie flächendeckend. Wir begrüßen, dass die Bundesregierung mit grüner Beteiligung die Kosten für Meisterkurse und -briefe deutlich senkt und wollen sie in Bayern kostenfrei machen. So erhalten alle Menschen den Zugang zur Ausbildung und wir machen berufliche und akademische Ausbildung gleichwertig. Duale und triale Studiengänge wollen wir auf handwerkliche Disziplinen ausweiten und so weitere Fachkräfte ausbilden.

Wir stärken Frauen im Handwerk. Bereits in den Lehrplänen verankern wir gezielter die beruflichen Perspektiven im Handwerk für alle Schüler*innen und besonders für Frauen. Wir stellen geschlechterneutrale Beratung in der Berufsorientierung sicher. Wir wollen eine Kampagne starten, die Vorurteilen gegenüber Handwerkerinnen entgegenwirkt. Frauen können Handwerk. Gleichen Lohn für gleiche Arbeit stellen wir mit einem wirksameren Entgelttransparenzgesetz sicher. Wir starten in Zusammenarbeit mit den Handwerkskammern Mentoring-Angebote für Frauen und Mädchen. Wir stellen mit einem wirksameren Entgeltgleichheitsgesetz sicher, dass alle Berufe, insbesondere diejenigen, die derzeit häufig von Frauen ausgeübt werden, endlich gut und fair bezahlt werden.

Wir stärken Vielfalt im Handwerk. Gemeinsam mit den Handwerkskammern wollen wir regionale Handwerksbetriebe und deren Mitarbeiter*innen unterstützen und das Angebot an Beratung zum Thema Diversity und Inklusion ausbauen. Von einem inklusiven Betriebsklima und zufriedenen Mitarbeiter*innen profitieren alle.

Wir erleichtern und fördern den Quereinstieg ins Handwerk. Quereinsteiger*innen bringen wertvolle Erfahrungen mit und sind im Handwerk gefragt. Wir setzen wir uns für einen besonders starken Fokus der Beratungen der Agentur für Arbeit für den Quereinstieg ins Handwerk ein und bewerben die Möglichkeit des Quereinstiegs öffentlich. Außerdem schaffen wir ein Landes-Fortbildungs-Programm für alle Menschen, die in den Branchen arbeiten wollen, die für den Ausstieg aus der fossilen Abhängigkeit gebraucht werden.

Wir ermöglichen es Geflüchteten im Handwerk zu arbeiten. Wer eine Ausbildung oder einen Job angeboten bekommt, soll diese Ausbildung oder den Job antreten können. Wir lassen Arbeitnehmer*innen und Arbeitgeber*innen nicht allein und beenden die rigorosen Abschiebungen der Bayerischen Staatsregierung. Wir ermöglichen Asylbewerber*innen vom Asylverfahren per Spurwechsel in das Einwanderungsverfahren zu wechseln, wenn sie eine Ausbildungs- oder Arbeitsstelle in Bayern haben. Wir stellen sicher, dass ausreichend Deutschkurse angeboten werden sowie berufliche Fachsprach-Kurse vom Modell zum Regelangebot ausgebaut werden.

Wir ermöglichen die Einwanderung und Anstellung von internationalen Fachkräften Viele Menschen aus anderen Ländern suchen in Bayern Arbeit, während viele bayerische Betriebe händeringend nach Arbeitskräften suchen. Wir entwickeln unser Einwanderungsrecht weiter und entfristen die Westbalkanregelung. Wir führen eine Chancenkarte mit einem Punktesystem ein, die als zweite Säule neben dem bestehenden Einwanderungsrecht internationalen Arbeitskräften den gesteuerten Zugang zum deutschen Arbeitsmarkt ermöglicht. Die Blue Card muss auch für das Handwerk gelten, wir weiten sie im Bund auf nicht-akademische Berufe aus. Die Anerkennung von Bildungs- und Berufsabschlüssen aus dem Ausland muss in Bayern verlässlicher und schneller ablaufen – wir setzen uns für klare Fristen für die Bezirksregierungen ein, bauen Bürokratie ab und beschleunigen die Verfahren.

Wir sichern und ermöglichen lebenslanges Lernen. Neben einer guten und modernen Ausstattung der Berufsschulen und Bildungsstätten stellen wir sicher, dass sich jede*r Arbeitnehmer*in beruflich und persönlich entwickeln kann. Wir schaffen in Bayern einen Rechtsanspruch auf Bildungsfreistellung: Jede*r Arbeitnehmer*in erhält das Recht auf bezahlten Bildungsurlaub von der Arbeit an zehn Tagen in zwei Jahren.

Wir stärken das regionale, moderne Handwerk

Wir sichern die wertvollen Arbeitsplätze im Handwerk vor Ort. Dafür schaffen wir die Voraussetzungen, dass Arbeitnehmer*innen im Handwerk faire Löhne erhalten. Wir stärken die Tarifbindung und machen uns für eine faire Bezahlung für jede Branche stark (branchenspezifische Mindestvergütung). Damit sich regionale Betriebe weiterentwickeln können, etablieren wir flächendeckend ein Leerstandsmanagement mit Leerstands- und Baulückenkataster und führen kommunale Flächenmanager*innen ein. So erhalten und fördern wir lebendige gesellschaftliche und wirtschaftliche Strukturen in ländlichen Regionen. Die Vergabe von öffentlichen Aufträgen stellen wir zukunftsfest auf und sorgen dafür, dass staatliche Aufträge anhand sozialer und ökologischer Kriterien, und damit möglichst regional, vergeben werden. Das ist sinnvoll, weil das regionale Handwerk die regionale Gegebenheiten kennt, passgenaue Lösungen bieten kann und durch kurze Wege ressourcenschonend arbeitet. Öffentliche Aufträge knüpfen wir mit einem modernen Vergabegesetz an die Bezahlung von Tariflöhnen. Ab zehn Arbeitnehmer*innen greifen außerdem Maßnahmen zur Frauenförderung und zur Förderung der Vereinbarkeit von Beruf und Familie im Betrieb. Mitarbeitende arbeiten motiviert und eigeninitiativ, wenn sie im Betrieb mitgestalten können. Daher bauen wir Mitbestimmung der Mitarbeitenden aus. Außerdem stärken wir als Instrument der Unternehmensnachfolge, dass sich Mitarbeitende am Betrieb beteiligen können.

Wir schnüren ein Förderpaket, um Nachfolger*innen in der Geschäftsführung im Handwerk zu sichern und unterstützen Gründungen neuer Betriebe. Allen Nachfolger*innen werden wir die Möglichkeit eröffnen, wie auch Gründer*innen, das Coaching-Programm des Freistaates zu nutzen. Kann eine Nachfolge oder ein*e Gründer*in ein geprüftes Wirtschaftlichkeitskonzept vorweisen, wollen wir ein unbürokratisches zinsloses Gründungs-, Zwischenfinanzierungs- oder Nachfolgedarlehen in Höhe von 25.000 Euro zur Verfügung stellen. Es gibt viel zu tun, daher wollen wir dem Rückgang an nachhaltig wirkenden Gründungen entgegenwirken und führen eine Gründungsprämie für das Handwerk in Höhe von 10.000 Euro ein. Wir schaffen gemeinsam mit allen Akteur*innen Austausch und Vernetzungsmöglichkeiten für Betriebsnachfolger*innen untereinander.

Wir treiben die ökologische Modernisierung voran. Das Handwerk rüstet Bayern für die Zukunft, indem es Effizienzen steigert und Klimaneutralität ausbaut. Bayerns Energiewende-Handwerksbetriebe unterstützen wir ganz besonders, indem wir gemeinsam den Ausbau von Wind- und Sonnenenergiegewinnung und effizienter Wärmenutzung und -gewinnung anpacken. Wir stärken das reparierende Handwerk mit einem „Förderprogramm Reparaturbonus“. Mit einem Fördertopf von zwei Millionen Euro jährlich vermeiden wir tonnenweise Elektroschrott und unterstützen gleichzeitig das Handwerk. Jede*r Bürger*in kann künftig jährlich einen Reparaturbonus von maximal der Hälfte der Reparaturkosten und bis zu 100 Euro erhalten, um ein kaputtes Haushalts-Elektrogerät reparieren zu lassen. Wir schaffen außerdem Energieagenturen in allen Landkreisen und kreisfreien Städten. Sie übernehmen eine unabhängige und kompetente Beratung auf dem Weg zur richtigen Anlage und den passenden Förderprogrammen, damit Handwerker*innen direkt loslegen können.

Wir beschleunigen die Digitalisierung und nutzen ihre Chancen für das Handwerk 4.0. Mit einem umfassenden E-Government sichern wir einfache und schnelle Kommunikation mit den Behörden, damit das Handwerk nicht durch langwierige Verwaltungsabläufe ausgebremst wird. Bayern braucht endlich eine lückenlose Mobilfunknetzabdeckung sowie Glasfaseranschlüsse in jedes Haus. Denn Fortbildung mittels E-Learning ist essentiell, um Betriebe zukunftsfest aufzustellen und Arbeitsplätze attraktiv zu halten. Der Umstieg auf rein digitale Geschäftsabläufe bringt Effizienz mit sich, aber auch Abhängigkeit vom Internet. Wir geben Sicherheit für schnelles Internet in allen Regionen Bayerns.

Zusätzlich stärken wir das vielfältige Handwerk mit 6 Branchen-Boostern:
  1. Die Sanitär- & Heizungstechnik stärken wir durch eine fachkundige Energiesparberatung und ein Check der bestehenden Heizungsanlagen in jedem Haus in Bayern bis zum Jahresende. Nachdem die Berater*innen dem Haushalt die besten Optionen aufgezeigt haben, können Bayerns Handwerker*innen den Einbau von effizienten Heizungsanlagen oder digitalen Heizungssteuerungen übernehmen und unterstützen, den Wasserverbrauch zu optimieren.
  2. Gemeinsam mit der Töpfer- und Keramik-Innung starten wir für die Töpfer- und Keramik-Werkstätten in Bayern ein passgenaues Beratungsangebot Energieeffizienz und Wärmerückgewinnung.
  3. Im Lebensmittelhandwerk geben wir Gesundheit und nachhaltigem Einkauf und Konsum von Lebensmitteln endlich einen Platz in der Ausbildung. Denn der Blick auf die Ernährung hat sich aus wissenschaftlicher und gesellschaftlicher Sicht grundlegend geändert. Wir starten eine Ausbildungsoffensive für die Berufe des Lebensmittelhandwerks und den Beruf Koch/Köchin. Bessere Arbeitsbedingungen und eine moderne Ausbildung machen die Ausbildung wieder attraktiv.
  4. Den Karosserie- & Fahrzeugbau stärken wir, indem wir gemeinsam mit den Handwerksorganisationen den Bedarf an Weiterbildungen und Umschulungen für E-Mobilität ermitteln und entsprechend Weiterbildungsangebote sicherstellen.
  5. Der Baubranche und den Dachdeckereien helfen wir, indem wir das Erwerbspotential in Bayern besser ausschöpfen. Gemeinsam mit der Agentur für Arbeit starten wir ein Sonderprogramm, das unter anderem Erwerbslose und Langzeitsarbeitslose für die Arbeit am Bau qualifiziert. Wir stärken den Wohnungs- und Gebäudebau durch Beratung zu modularem und seriellem Bauen und Sanieren, das Handwerker*innen mehr Effizienz ermöglicht.
  6. Die Elektrobetriebe unterstützen wir durch den Energiewende-Turbo. Damit geben wir Investitionssicherheit für alle handwerklichen Tätigkeiten rund um Photovoltaik-Anlagen, E-Ladesäulen und Wallboxen, Smart Home und Batteriespeicher. Wir fördern Elektrofachkräfte dabei, sich entsprechend weiterzubilden.

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