Der Sommer 2024 war wieder einer der wärmsten Sommer in Bayern und welt- und europaweit sogar der heißeste Sommer seit Beginn der Wetteraufzeichnung.[1] Durch die Klimakrise steigt die Durchschnittstemperatur stetig. Die Zahl der „heißen Tage“ mit Temperaturen über 30 Grad Celsius sowie Anzahl und Intensität der Starkregenereignisse nehmen zu- und das auch bei uns in Bayern vor Ort. Wir müssen uns auf einen dauerhaften Anstieg der Temperaturen einstellen und uns daran anpassen.
Lange Phasen hoher Temperaturen haben vielfältige Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit, besonders für ältere Personen, Schwangere, Säuglinge, Kleinkinder sowie Menschen mit Vorerkrankungen. Denn der menschliche Körper muss Schwerstarbeit leisten, um die Körpertemperatur konstant zu halten. In der Folge steigen so z.B. Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie die hitzebedingte Sterblichkeit in der Bevölkerung.
Als Starkregen werden intensive Niederschläge (z.B. mehr als 25 Millimeter pro Stunde) bezeichnet. Sie entstehen durch stark mit Wasser aufgeladene Regenwolken. Eine um 1 Grad wärmere Atmosphäre kann rund 7 Prozent mehr Wasser aufnehmen. Damit können auch normale Niederschläge in der gleichen Größenordnung intensiver werden.[2] Starkregen können so überall in Bayern Sturzfluten und entlang von Bach- und Flussläufen Hochwasser auslösen, wenn Wasser nicht schnell genug im Erdreich versickert und die Kanalsysteme überfordert werden.
Diesen Auswirkungen müssen wir vorbeugen und ihnen die Spitze nehmen. Denn eine wirksame Klimaanpassung mit Hitze- und Sturzflutvorsorge in unseren Kommunen ist damit unmittelbar auch Gesundheitsvorsorge für unsere Bevölkerung. Naturschutz, Klimaanpassung und Natürlichen Klimaschutz müssen wir hierzu zusammen denken und zusammen angehen.
Wir Grüne in Bayern wollen:
- Klimaanpassung zur kommunalen Pflichtaufgabe machen und die Finanzierung sichern,
- das Bundes-Klimaanpassungsgesetz zügig und flächendeckend umsetzen,
- die Bayerische Klimaanpassungsstrategie schnell aufstellen und anpacken,
- Wasserrückhalt in der Fläche stärken und so auch die Grundwasserneubildung verbessern,
- Schwammlandschaften, Schwammstädte und Schwammdörfer konsequent fördern,
- Auen renaturieren und ihre Funktion als natürliche Überschwemmungsgebiete stärken,
- Moore wieder vernässen und renaturieren,
- die bayerischen Waldbesitzer*innen dabei unterstützen, ihre Wälder als klimaangepasste Mischwälder zu bewirtschaften,
- Flächen entsiegeln und begrünen, Frischluftkorridore freihalten,
- Hitzeaktionspläne und deren Umsetzung in allen gefährdeten Kommunen ermöglichen,
- eine Hitzestrategie „Hitzeschild 2030“ für ganz Bayern erstellen,
- Städtebauförderung auf die Stärkung der grünen und blauen Infrastruktur ausrichten und
- Fachpersonal in den Ämtern stärken und Programme finanziell gut ausstatten.
Beschluss auf der Landesdelegiertenkonferenz 2024 in Würzburg
—
[1] https://climate.copernicus.eu/copernicus-summer-2024-hottest-record-globally-and-europe [2] LfU Bayern – https://gruenlink.de/rtkf17k9zq



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