Wir GRÜNE Bayern sagen klar Nein zu neuen Erdgasbohrungen am Ammersee, Bayern und Deutschland. Deshalb fordern wir die Bayerische Staatsregierung und die Bundesregierung auf, die gefährlichen Pläne für neue Gasprojekte zu beenden. Sie sollen sich stattdessen mit voller Kraft hinter die vielen Unternehmen und Menschen stellen, die sich bereits heute auf den Weg in eine saubere Zukunft mit Erneuerbaren Energien machen.
Gegen die Proteste der Menschen vor Ort sowie von Umweltverbänden und gegen die einstimmige Ablehnung des Gemeinderats wurden im August 2025 in Reichling nahe des Ammersees (Landkreis Landsberg am Lech) Probebohrungen für ein neues Gasfeld durchgeführt. Trotz der immer weiter eskalierenden Erderhitzung könnten dort in Zukunft über 15 Jahre bis zu 500 Millionen Kubikmeter klimaschädliches Erdgas gefördert werden. Gleichzeitig wächst der parteiübergreifende Widerstand: Der Kreistag von Landsberg am Lech stellt sich in einem parteiübergreifenden Antrag von CSU, Grünen, UBV sowie ÖDP/Die Partei gegen die Gasbohrungen.
Das Gasprojekt in Reichling steht nicht nur im Widerspruch zu Bayerns Verantwortung für den Klimaschutz, sondern könnte zum Türöffner für weitere Gasbohrungen in Bayern und bundesweit werden. Zugleich berührt es Deutschlands völkerrechtliche Pflichten. Schon jetzt drohen der Bundesrepublik europäische Strafzahlungen in Milliardenhöhe wegen verfehlter Emissionsziele. Besonders gravierend ist, dass die Bundesregierung auf grüne Nachfrage nicht einmal darlegen konnte, welche Klimaauswirkungen das Reichlinger Projekt überhaupt hätte. Zudem stellte der Internationale Gerichtshof (IGH) in einem Gutachten im Juni 2025 klar, dass die Genehmigung neuer fossiler Lizenzen sowie die Vergabe fossiler Subventionen als völkerrechtswidrig gelten können. Elisa Morgera, UN-Sonderberichterstatterin für Klima und Menschenrechte, forderte die Staaten der Welt auf, neue fossile Exploration und Förderung zu verbieten und bestehende Lizenzen zu entziehen.
Trotz dieser klaren Mahnungen unternimmt der bayerische Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger nichts, um das Gasprojekt in Reichling zu stoppen. Wir GRÜNE Bayern stehen dagegen solidarisch an der Seite der Menschen in Reichling, Bayern und Deutschland, die sich gegen diesen fossilen Irrweg und für eine erneuerbare Zukunft positionieren.
Unsere Forderungen an die Bundesregierung:
- Änderung des Bundesbergrechts für einen sofortigen bundesweiten Stopp neuer Genehmigungen für fossile Exploration sowie Förderung und Begrenzung bestehender Erlaubnisse und Bewilligungen bis spätestens 2030 gemäß des Grünen Antrags im Bundestag Drucksache 21/836.
- Massiver Ausbau erneuerbarer Energien, um sich endlich von der Abhängigkeit von fossilen Energieträgern zu befreien. Die Verunsicherung der Erneuerbaren-Branche muss aufhören.
Unsere Forderungen an die Bayerische Staatsregierung sowie CSU und Freie Wähler:
- Unterstützung dieser Maßnahmen auf allen Ebenen, insbesondere im Bundesrat.
- Bis zur Reform des Bundesbergrechts Einführung einer angemessenen Förderabgabe, die neue fossile Förderprojekte in Bayern unrentabel macht.
Beschlossen auf der Landesdelegiertenkonferenz 2025 in Erlangen.



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