Pressemitteilung:
Das zivilgesellschaftliche Bündnis #Bayernnimmtauf fordert die Bayerische Staatsregierung dazu auf, ihren unerbittlichen Kurs gegenüber den Geflüchteten in den griechischen Lagern zu ändern und ein Programm zur Aufnahme von Geflüchteten von den griechischen Inseln einzurichten. Mit der Online-Petition „Menschlichkeit jetzt! Schutz für Geflüchtete aus den griechischen Lagern“für ein bayerisches Landesaufnahmeprogramm will das Bündnis die Staatsregierung zum unverzüglichen Einlenken und Handeln bewegen.
„Bayern kann und muss helfen. Kinder, Frauen, alle schutzbedürftigen Menschen, die in den Lagern ausharren müssen, brauchen unsere Menschlichkeit. Wir lassen nicht zu, dass der nahende Winter in den windigen Zelten ohne medizinische Versorgung zur Lebensbedrohung für diese Menschen wird“, so Eva Lettenbauer, Parteivorsitzende der bayerischen GRÜNEN.
Die Lebensbedingungen im Hauptlager Moria auf Lesbos waren bereits vor den Bränden menschenunwürdig. Statt einer Evakuierung wurde nun ein „neues“ Moria unter europäischer Leitung errichtet. Die Zustände dort eskalieren weiterhin: Regen führt zu Überschwemmungen, die dichte Belegung macht Sicherheitsabstände und Hygienemaßnahmen unmöglich, Unterstützung von Hilfsorganisationen wird verhindert. Die Situation in den anderen Hotspot-Lagern ist nicht besser. Mehrere Zehntausend Geflüchtete leben seit Jahren zusammengepfercht in einfachen Zelten, fast ohne medizinische Versorgung. Der nahende Winter wird diese humanitäre Katastrophe weiter verschärfen.
„Die Menschenrechte gelten auch für die Geflüchteten auf den griechischen Inseln. Bereits vor einem Jahr habe ich die Lager auf Lesbos besucht. Dass sich die Lage dort noch weiter verschlechtert, übersteigt meine Vorstellungskraft. Wir Grüne fordern schon seit Jahren ein Aufnahmeprogramm – die Staatsregierung muss endlich ihre Blockadehaltung aufheben und Menschlichkeit zeigen,“ so Gülseren Demirel, Abgeordnete der GRÜNEN-Fraktion im Bayerischen Landtag.
„Die Bilder aus Moria bewegen mich sehr. Wie kann es sein, dass solche Zustände in Europa herrschen dürfen? Für mich – und ich glaube auch für viele andere Menschen in diesem Land – ist klar, gegen diese inhumanen Zustände muss etwas getan werden. Das Bundesprogramm zur Aufnahme von Flüchtlingen reicht dabei bei Weitem nicht aus. Als Schirmherr des Bündnisses #Bayernnimmtauf setze ich mich für eine Aufnahme von mehr Flüchtlingen ein. Gemeinsam wollen wir erreichen, dass sich auch Bayern für ein eigenes Aufnahmeprogramm stark macht,“ so Marcus Mittermeier, Schauspieler und Schirmherr des Bündnisses #Bayernnimmtauf.
Audio-Kommentar von Eva Lettenbauer
Audio-Kommentar von Gülseren Demirel
Audio-Kommentar Marcus Mittermeier
Bündnispartner*innen:Münchner Flüchtlingsrat | Bayerischer Flüchtlingsrat | Bellevue di Monaco | BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Bayern | Sea-Eye | Ev. Migrationszentrum im Griechischen Haus | Refugio München | UnserVeto-Bayern | Sea-Watch | Save Me München | Seebrücke Altdorf | Seebrücke Deutschland | Seebrücke Nürnberg | Seebrücke München
Fotos des Bündnisses „#Bayernnimmtauf“ vom 6.11.2020 auf der Münchner Theresienwiese zur freien Verwendung mit Angabe der Urheberin „GRÜNE Bayern“
- Bündnis #Bayernnimmtauf, © GRÜNE Bayern
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