13.860 Familienbetriebe mussten in Bayern zwischen 2010 und 2018 aufgeben, ein deutschlandweiter Höchstwert. Aufgrund des enormen Preisdrucks wird den bäuerlichen Betrieben keine Wahl gelassen: Sie müssen wachsen und ihre Nutztierhaltung immer stärker intensivieren oder weichen.
Die grüne Landesvorsitzende Eva Lettenbauer sieht dadurch nicht nur die Umwelt, sondern auch die bayerische Kulturlandschaft und das einzigartige Ortsbild auf dem Land in Gefahr: „Unsere bäuerliche Landwirtschaft in Bayern ist bedroht. Geht es so weiter, können auch in Bayern nur industrialisierte Produktionsstätten überleben, die immer mehr, immer billiger produzieren. Das geht auf Kosten der Landwirt*innen, auf Kosten der Böden, des Wassers, der Artenvielfalt und der Tiere und es geht auch auf Kosten der Verbraucher*innen.“
Das Höfesterben ist Ergebnis der Politik der letzten Jahrzehnte. Subventionen sind darauf ausgelegt, Größe und Masse zu fördern. Darüber hinaus wächst der Preisdruck: Bauern erhalten für ihre hochwertigen Lebensmittel kaum die Preise, die sie zum Überleben benötigen. Lettenbauer sieht großen Handlungsbedarf: „Kein Wunder, dass es oft auch an Erben für den Hof mangelt. Das Höfesterben in Bayern kann nur durch eine echte Agrarwende gestoppt werden. Wir fordern Klasse statt Masse bei den Fördermitteln zu berücksichtigen. Von den EU-Steuermilliarden müssen die Landwirt*innen profitieren, die im Sinne von Umwelt, Klima und Tierwohl handeln. In Bayern kann eine gut durchdachte staatlich geförderte Vermarktungsstrategie den Absatz von heimischen Bio-Produkten ausweiten.“
Agrarwende anpacken, Klima schützen!
Am Samstag, den 18. Januar demonstrieren die Grünen in Berlin gemeinsam mit Landwirt*innen, Umwelt-, Natur- und Tierschutzverbänden für eine Agrarwende. Für Lettenbauer hat die jährliche Großdemo diese Jahr eine besondere Bedeutung: „2020 stehen besonders wichtige Entscheidungen an: EU-Agrarreform, Mercosur-Abkommen und die richtigen Weichen für den Klimaschutz in Deutschland stellen – dafür machen wir Druck in den Parlamenten und auf der Straße. Kommt zahlreich!“
25.1. Demo „Wir haben es satt“ in Passau
Rückblick auf die Demo in Berlin am 18.1.: wir-haben-es-satt.de



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