02.02.2012

Kleine Kommunalwahlen: Drei Fragen an Wolfram Schaa

Im mittelfränkischen Zirndorf bewirbt sich Wolfram Schaa für das Amt des 1. Bürgermeisters. Der erfahrene Kommunalpolitiker kennt sich aus mit Kommunalpolitik und Wahlkämpfen: Er sitzt seit zehn Jahren im Stadtrat und ist nun zum dritten Mal Grüner Bürgermeisterkandidat.

gruene-bayern.de: Welche Eigenschaften muss ein guter Bürgermeister mitbringen?

Wolfram Schaa: Das sind meines Erachtens nicht wenige, was ich aufgrund meiner bislang knapp 10-jährigen Stadtratsarbeit so resümieren kann. Er muss über den Tellerrand seiner Kommune und seiner Region hinausblicken, um Visionen, Chancen, Entwicklungen und Ressourcen in die Ratsarbeit und zum Wohle seiner Kommune erkennen und einfließen lassen zu können. Sprich, er muss Gestalter sein und nicht nur verwalten. Er muss stressresistent und seine Ausstrahlung immer freundlich und trotzdem bestimmt sein Dass er konsequent und ausdauernd sein  muss versteht sich von selbst. Ebenso dass er immer über den Dingen und der Sache stehen muss. Mitbringen muss außerdem er gutes pädagogisches Geschick und Einfühlungsvermögen, sei es als Dienstvorgesetzter, als Vorsitzender des Stadtrates, aber auch dem Bürger gegenüber Wenn ich es mir so überlege, muss ein Bürgermeister ein gewisses Multitalent sein, das er,  kombiniert mit einer guten Portion Lebenserfahrung, für seine Bürgerinnen und Bürger braucht. Ohne anmaßend sein zu wollen, glaube ich, beides in ausreichendem Maße zu besitzen, um  dieser Aufgabe für die nächsten acht Jahre gewachsen zu sein.

Was braucht Zirndorf?

Zirndorf braucht – und daran arbeite ich ja nun schon länger -  mehr Bürgerinitiative und –beteiligung um sich nachhaltig entwickeln zu können und den Herausforderungen der Zukunft gerecht zu werden. Mehr Blick über den Tellerrand ist gefragt, sei es bei seiner Stellung innerhalb der Metropolregion Nürnberg oder bei seiner Daseinsvorsorge und Zukunftsfähigkeit. Ganz besonders braucht Zirndorf den Mut zu Veränderungen und kein "weiter so wie bisher" und einen Grünen Bürgermeister, der sich mit Kraft der nachfolgenden Aufgabe annimmt

Die vollständige Umstellung auf Erneuerbare Energien und deren dezentrale Umsetzung ist eine grüne Kernforderung. Wie möchtest Du dieses Ziel vor Ort umsetzen? 

Nachdem dieses Thema – neben Tschernobyl - ja einer der Beweggründe meines politischen Engagements ist, habe ich hier auch konkrete Vorstellungen.  Als Kommune, die aufgrund ihrer Fläche und Geologie mit Potenzialen erneuerbarer Energien nicht sonderlich gesegnet ist, müssen letztendlich alle Register für die Energiewende gezogen werden. Ein in 2011 im Rahmen der Kommunalen Allianz entwickeltes Klimaschutzkonzept darf nicht länger in der Schublade liegen, sondern muss zusammen mit den Bürgerinnen und Bürgern mit viel Engagement verfolgt und umgesetzt werden. Dass die dort avisierten Ziele nachgebessert werden müssen steht für mich eigentlich schon jetzt fest. Auch ein Energiegutachten, das derzeit – von den Stadtwerken beauftragt – begonnen wurde muss danach konsequent umgesetzt werden. Die Energiewende in Zirndorf ist finanziell eine Herausforderung der besonderen Art, da wir  bei derzeit etwa 1000 EUR Prokopfverschuldung mittelfristig nur wenig Gestaltungsspielraum haben. Hier kommen die Bürgerinnen und Bürger ins Spiel. Zusammen mit ihnen – z.B. in Form von Genossenschaften – möchte ich zusätzliches Potenzial (und Geld) für die Umsetzung der Energiewende gewinnen. Ob das Photovoltaik- oder andere Anlagen sind wird sich zeigen.  Hier ist noch viel Überzeugungsarbeit zu leisten, damit ich die Bürgerinnen und Bürger auf den Weg mitnehmen kann, sprich die Bürger müssen es auch wollen! Zirndorf muss außerdem endlich in die Solarbundesliga aufsteigen, so lautet übrigens auch der Titel unseres "Zirndorfer Spiegels" aus 2004 (!).

Links:

"Wann, wenn nicht jetzt?", nordbayern.de, 15.12.2011

Homepage von Wolfram Schaa 

"Ein ökologischer Überzeugungstäter", Fürther Nachrichten, 17.02.2012

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