19.01.2012

Kleine Kommunalwahlen: Drei Fragen an Paul Brunner

Paul Brunner

Am 11. März finden in Bayern die sogenannten kleinen Kommunalwahlen statt. In unserer neuen Serie "Drei Fragen an ..." stellen wir ab heute wöchentlich eine Kandidatin oder einen Kandidaten vor, die für die Grünen ins Rennen gehen. In der mittelfränkischen Gemeinde Schwaig bei Nürnberg bewirbt sich Paul Brunner um das Amt des 1. Bürgermeisters.

Paul Brunner setzt auf einen "neuen, partnerschaftlichen Politikstil" und hat in den nächsten Wochen so einige Aktionen geplant, um sich und seine Politik den Bürgerinnen und Bürgern vorzustellen. So kommt z.B. am 14. Februar der grüne 1. Bürgermeister Benedikt Bisping aus Lauf an der Pegnitz zu einem Infoabend in die Gemeinde. Auch ein Fachgespräch zum Thema Mehrgenerationenhaus und Gemeindezentrum ist in Vorbereitung.

Gruene-bayern.de: Warum hast Du Dich entschieden, als Kandidat bei den Bürgermeisterwahlen in Schwaig anzutreten?

Paul Brunner: Wir von Bündnis 90/Die Grünen sind seit den Kommunalwahlen von 2002 im Schwaiger Gemeinderat vertreten. Wir konnten uns bei den folgenden Wahlen stets steigern und ich bin hoffnungsvoll, dass dieser Trend anhält. Ich möchte unsere grünen Anliegen als Kandidat sichtbar und hörbar herausstellen und unsren Gestaltungswillen dokumentieren. Das grüne und grünnahe Umfeld steht hinter meiner Kandidatur und nun wollen wir sehen, wie weit das trägt.  

Auf welche Schwerpunktthemen setzt Du im Wahlkampf?

Wir in Schwaig sind annähernd schuldenfrei und besitzen dadurch die Möglichkeit, im Rahmen der kommunalen Selbstverwaltung zu gestalten. Im Bereich des kulturellen Angebotes oder bei der Jugendarbeit setzt die Gemeinde Akzente, die auch wir begrüßen. Auf anderen Gebieten ist die Gemeindepolitik jedoch zu zaghaft. Trotz unserer guten Lage und Verkehrsanbindung vor den Toren der Stadt Nürnberg schrumpft unsere Bevölkerung leicht. Wir planen im Bereich des Schwaiger Schlosses auf einer Brache, die schon im Besitz der Gemeinde ist, ein Gemeindezentrum mit Funktionen eines Mehrgenerationenhauses und barrierefreien Wohnmöglichkeiten. Insbesondere ältere MitbürgerInnen sollten dort auch ambulante Betreuung erhalten können. Der bereits existierende Schlosshof mit Bücherei und Scheune soll rund um das kulturell genutzte Schloss mit Verweil- und Treffmöglichkeiten weiter entwickelt werden und auch unserem samstäglichen Wochenmarkt offen stehen. Ferner will ich ausloten, wie wir mit gezielter Förderung junge Familien ansiedeln können. Die oft zu radikale Nachverdichtung durch Bauträger sehe ich skeptisch. Wir müssen den Spagat zwischen bezahlbaren Wohnungen und Eigenheimen einerseits und dem Erhalt von Bäumen und Grün andererseits bewältigen.  

Es ist sicherlich mutig, mit einer Sehbehinderung anzutreten. Wie ist die Resonanz von den BürgerInnen, die Du deswegen bekommst?

Da der Wahlkampf erst beginnt, ist die Resonanz diesbezüglich noch gering. Wir haben meine Behinderung bei der Aufstellungsversammlung diskutiert und herausgearbeitet, dass ich dieses Alleinstellungsmerkmal nicht verdrängen oder verbergen will. Mit Hilfsmitteln, wie einem blindentechnischen Computerarbeitsplatz und persönlicher Assistenz, will ich diese Herausforderung annehmen. Ein Nebenprodukt könnte ein neuer, partnerschaftlicher Politikstil sein, für den ich stehe. Ich bin gelernter Sozialpädagoge und Kinderpfleger, habe knapp zwei Jahre im Kreistag und sieben Jahre im Bezirkstag kommunalpolitische Erfahrungen gesammelt und hatte in den letzten 15 Jahren diverse Parteiämter inne. Ehrenamtliche Tätigkeiten in drei Vereinen bzw. Verbänden aus dem Sozialbereich bieten ein gutes Rüstzeug für die Aufgabe eines Bürgermeisters.

Links:

Homepage des Ortsverbands Schwaig

Alle grünen KandidatInnen für die kleinen Kommunalwahlen am 11. März

"Schwaiger Grüne schicken Brunner ins Rennen", Pegnitz-Zeitung vom 18.01.2012