Feind Feinstaub
Die Süddeutsche Zeitung berichtet über das langjährige Engagement des grünen Landesvorsitzenden Dieter Janecek im Kampf für reine Luft in München. <br /> <br />Neuhausen - Ein paar Schritte nur sind es in den Park. Saubere, gute Luft. Ruhe. Dieter Janecek ist vor knapp zwei Jahren an den Hirschgarten gezogen, als seine kleine Tochter ein Jahr alt war. Davor hat er vier Jahre lang an der Landshuter Allee gewohnt, neben der Kirche St. Theresia - 'der schlimmsten Straße der Stadt', sagen manche Anlieger. Bis zu 140000 Fahrzeuge rollten täglich auf sechs Spuren über diesen Abschnitt des Mittleren Rings. Aber die Miete war günstig, und die Wahl ist nicht groß in dieser Stadt bei kleinem Verdienst. 'Jeder mit kleinen Kindern, der es sich leisten kann, zieht wieder weg', weiß der Grünen-Politiker aus Gesprächen. Andere bleiben und leiden. Janecek - heute Landesvorsitzender, damals Geschäftsführer der Grünen - wollte sich nicht damit abfinden, dass die Feinstaubbelastung viel zu oft den zulässigen Grenzwert überschritt. <br /> <br />Mit finanzieller Unterstützung der Deutschen Umwelthilfe reichte er 2005 eine Klage ein, mit der er den Freistaat zwingen wollte, einen Aktionsplan zur Luftreinhaltung aufzustellen. 'Ich hab" nicht überrissen, was da auf mich zukommt', sagt er heute. Dreieinhalb Jahre lang stritt Janecek, durch die Instanzen bis zum Europäischen Gerichtshof, für sein Recht auf saubere Luft. Im Sommer 2008 bekam er Recht - und München in der Folge eine Umweltzone. Es war ein bundesweit beachteter Erfolg. Doch der laute, selbstgefällige Triumph ist nicht Janeceks Art: 'Nur ein Anfang ist gemacht', schränkt er ein. <br /> <br />'Die schlimmen Stinker' müssen nun draußen bleiben aus dem Stadtgebiet innerhalb des Mittleren Rings. Und das Lkw-Transitverbot erspart den Anliegern der Landshuter Allee, die nicht zur Umweltzone gehört, ein gewisses Quantum an Dieselruß. Doch noch immer werden 123000 Fahrzeuge pro Tag gezählt. An den Bau eines Tunnels glaubt Janecek nicht. Seine 'Vision': Die Autohersteller müssten zur Einhaltung gewisser Normen verpflichtet werden. Und die Stadt könnte nur noch kleine, emissionsarme Autos zulassen. Eine Vorstellung erscheint sogar ihm 'surreal': dass einmal, an einem autofreien Tag, überhaupt kein Fahrzeug mehr über die Landshuter Allee rollen würde. Endlich saubere Luft. Ruhe.
<br />Quelle: Süddeutsche Zeitung <br />Autorin: Sonja Niesmann, Nr.30, Montag, den 07. Februar 2011 , Seite 52












