26.07.2011

Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft blockiert weiter die Energiewende

Zur neu veröffentlichten Studie der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft (vbw), die eine vermeintliche Kostenexplosion der Strompreise als Folge der Energiewende bis 2030 vorhersagt, erklärt Dieter Janecek, Landesvorsitzender der bayerischen Grünen: 

"Die vbw ist beim Thema Energie immer noch nicht im 21. Jahrhundert angekommen. Über Jahrzehnte übte sie sich im engen Schulterschluss mit den großen Atomkonzernen und ist auch nach dem im Juni beschlossenen Atomausstiegsgesetz weiter in dieser Denke gefangen. Die Behauptungen, dass die energieintensive Industrie mit massiven Preissteigerungen durch den Ausbau der Erneuerbaren zu rechnen habe, entbehren jeder Grundlage, da diese aufgrund von zahlreichen Ausnahmeregelungen im Erneuerbare -Energien-Gesetz (EEG) faktisch keine Umlage zahlt. Gerade bei den fossilen Ressourcen befinden wir uns bereits in einer globalen Kostenspirale nach oben, so dass die Chancen für unsere Industrie in einem klaren Bekenntnis zum erneuerbaren Strukturwandel liegen.

Große Unternehmen wie Wacker Chemie oder Siemens, aber auch die gesamte Grundstoffindustrie profitieren zudem gerade in Bayern massiv vom Aufbau neuer Geschäftsfelder in der Energietechnik, die durch das EEG überhaupt erst möglich geworden sind. Die von der vbw geforderte Deckelung für Ökostrom im EEG wäre auch in diesem Zusammenhang völlig kontraproduktiv und würde insbesondere dem bisher vernachlässigten Erneuerbaren-Standort Bayern schwer schaden.  

Wer angesichts von Peak Oil und der zunehmend spürbar werdenden Endlichkeit der fossilen Ressourcen den Weg der Erneuerbaren Wende nicht konsequent einschlägt und endlich auch das öffentlich viel zu wenig diskutierte Thema Energieeinsparung angeht, gefährdert mittel- und langfristig unseren Wohlstand in Bayern." 

Einen ausführlichen Kommentar zur vbw-Studie befindet sich auf www.blog.dieter-janecek.de