Grüne: Atomkraft ist ein nicht beherrschbares Risiko
Die Vorsitzenden der grünen Landtagsfraktion, Margarete Bause und Martin Runge, sowie die Landesvorsitzenden von Bündnis 90/Die Grünen in Bayern, Theresa Schopper und Dieter Janecek, erklären zur Debatte um die Laufzeiten deutscher Atomkraftwerke:
"Die schrecklichen Ereignisse im japanischen Atomkraftwerk Fukushima unterstreichen auf dramatische Weise, dass die Atomenergie eine nicht beherrschbare Risikotechnologie ist. Jedes weitere Festhalten an längeren Laufzeiten für deutsche Atomkraftwerke ist vor diesem Hintergrund völlig unverantwortlich. Das Moratorium der Bundesregierung für die schwarz-gelben Atompläne war deshalb eine überfällige Entscheidung, darf nun aber nicht zur wahltaktischen Beruhigungspille verkommen. Wir fordern die Bundes- ebenso wie die Bayerische Staatsregierung stattdessen auf, ihre Pläne für längere Betriebszeiten unmissverständlich zu revidieren und stattdessen den Ausstieg Deutschlands aus der Atomkraft voranzutreiben. Insbesondere die acht ältesten Atomkraftwerke, die nachweislich nicht mehr dem aktuellen Stand von Wissenschaft und Technik entsprechen, müssen umgehend vom Netz. Alle anderen Atomkraftwerke müssen einer umfassenden Sicherheitsüberprüfung unterzogen werden.
Massiven Handlungsbedarf sehen wir insbesondere in Bayern, das sich mit fünf Atomstandorten und einem Atomstromanteil von fast 60 Prozent wie kein anderes Bundesland von der Atomenergie abhängig gemacht hat. Mit dem Siedewasserreaktor Isar 1 steht in Bayern eines der ältesten und unsichersten Atomkraftwerke der ganzen Republik: Wie eine umfangreiche Sicherheitsstudie der grünen Landtagsfraktion nachgewiesen hat, ist Isar 1 trotz seiner Nähe zum Großflughafen München nicht gegen den Absturz eines Verkehrsflugzeuges geschützt und daher ein gefährliches Terrorziel. Darüber hinaus drohen Isar 1 mit wachsendem Alter massive Verschleisserscheinungen. Isar 1 muss deshalb sofort still gelegt werden.
Der Weg in die erneuerbaren Energien ist bereits so weit fortgeschritten, dass die Abschaltung von Isar 1 problemlos zu kompensieren wäre. Im Gegenteil: Jedes längere Festhalten an der gefährlichen und energiepolitisch unflexiblen Atomtechnologie hemmt nur den Ausbau von Sonne, Wind und Biomasse. Wir fordern deshalb Union und FDP auf, ihren gefährlichen Irrweg endlich aufzugeben."












