22.02.2011

Gleiches Recht für alle

Zur Ankündigung von Karl-Theodor zu Guttenberg, er wolle auf seinen Doktortitel verzichten, aber Minister bleiben, erklärt der Landesvorsitzende Dieter Janecek:

"Herr zu Guttenberg hat vor lauter Kehrtwenden die Orientierung verloren. Innerhalb weniger Tage tut er die Vorwürfe gegen ihn erst als abstrus ab, dann gibt er einige Fehler zu, jetzt will er auf seinen Doktortitel verzichten, weil er Blödsinn geschrieben habe. Angesichts erdrückender Beweise konnte er kaum mehr darauf beharren, dass es nur einige falsche Fußnoten in seiner Arbeit gibt. Auch für einen adeligen Verteidigungsminister gilt der Grundsatz "Gleiches Recht für alle". Erst recht, weil zu Guttenberg nicht müde wurde, seine Ehrlichkeit und Anständigkeit zu betonen. Wenn ein Schüler oder Student beim Abschreiben erwischt wird, hat er seine Arbeit nicht bestanden. Eine Kassiererin wird wegen nicht korrekt abgerechneter Pfandbons gekündigt, ebenso eine Verkäuferin, die sechs Maultaschen entwendet. Wenn dagegen ein Minister, der erst in großem Stil bei seiner Doktorarbeit betrügt und dann die Öffentlichkeit belügt, weitermachen kann, als sei nichts geschehen, wäre der Grundsatz aufgekündigt. Er lautet dann frei nach George Orwell: alle sind gleich, manche sind gleicher. Die CSU ist mit ihrem krampfhaften Festhalten an zu Guttenberg auf dem besten Weg, ihren Anspruch als Partei der kleinen Leute an der Garderobe des Schlosses Guttenberg abzugeben."