Demografischer Wandel: Grüne fordern grundlegenden Kurswechsel
Die bayerischen Grünen fordern einen grundlegenden Kurswechsel in der politischen Auseinandersetzung mit dem demografischen Wandel in Bayern. Es sei keine Lösung, die Städte gegen die ländlichen Regionen auszuspielen und unhaltbare Versprechen abzugeben.
Statt dessen wollen die Grünen die Geschwindigkeit des demografischen Wandels bremsen und so den betroffenen Städten und Gemeinden mehr Zeit verschaffen, sich den geänderten Bedingungen anzupassen, so die Grünen-Landesvorsitzende Theresa Schopper.
Laut den derzeitigen Prognosen wird die Bevölkerung in Bayern in den nächsten 20 Jahren leicht wachsen. Die bayerischen Regionen weisen jedoch sehr unterschiedliche Entwicklungen auf. Die großen Städte und insbesondere der Großraum München können mit einem deutlichen Anwachsen der Bevölkerungszahl rechnen, während vielen Kreisen in Ober- und Unterfranken sowie der Oberpfalz ein teils drastischer Bevölkerungsrückgang droht.
Die Grünen weisen in ihrem Konzept, das den Titel "Entschleunigen und Anpassen" trägt, darauf hin, dass die Politik nicht über die Möglichkeiten verfügt, den demografischen Wandel zu stoppen oder Entwicklungen wie den steigenden Altersdurchschnitt der Bevölkerung und den Zuzug in die Städte umzukehren. Es sei jedoch möglich, so Schopper, das Tempo des Wandels zu bremsen und so den schrumpfenden und den wachsenden Regionen genügend Zeit zu verschaffen, auf die Entwicklung zu reagieren. Dafür sei es notwendig, die Daseinsvorsorge flächendeckend zu garantieren und überall für eine hohe Lebensqualität zu sorgen, um einen Anreiz für den Verbleib in den schrumpfenden Regionen zu schaffen. Hier laufe die Politik der bayerischen Staatsregierung in eine falsche Richtung. Statt mit vielen Millionen das bayerische Straßennetz weiter auszubauen wollen die Grünen das Geld lieber in den Ausbau einer leistungsfähigen Datenautobahn stecken. Die beim derzeitigen Ausbau angestrebte Übertragungsrate von 1-2 Mbit/Sekunde reiche schon mittelfristig nicht mehr aus. Damit würde man sich bereits in naher Zukunft auf der Datenstandspur bewegen. Eine gute Anbindung an das Datennetz werde aber bald für fast alle Unternehmen der entscheidende Standortfaktor sein. Die Grünen wollen deshalb in den nächsten Jahren das Datennetz flächendeckend mit einer Übertragungsrate von 50-100 Mbit/Sekunde ausbauen. Darüber hinaus plädiert Schopper dafür, die Schulen im Dorf zu lassen und auch in ländlichen Regionen ein gutes Angebot für die Betreuung von Kindern zu garantieren. Nur dann könnte die Abwanderung von Familien in die Städte verlangsamt werden. Dafür müsse das starre Festhalten am dreigliedrigen Schulsystem beendet werden.
Außerdem fordern die Grünen eine Stärkung der regionalen Wirtschaftskreisläufe. Vor allem der Ausbau der erneuerbaren Energien, der Tourismus und der Öko-Landbau würden große Chancen für die regionale Wertschöpfung bieten. Insgesamt sei es dringend geboten, endlich mit wirksamen Maßnahmen und realistischen Zielen das Thema demografischer Wandel anzugehen so Schopper. Ansonsten stehe in weiten Teilen Bayerns die soziale Balance auf dem Spiel.












